
Vor 15 Tagen hatte ich eher zufällig eine Notiz auf einer Ärzteplattform im Internet bemerkt. Eigentlich wollte ich mich informieren über den Stand der Diskussion über den Gesundheitsfond 1 Woche vor der Bundestagswahl. Dann zog mich ein Kollegenhinweis auf eine Traumreise in der Südsee mit einem großen Windjammer magisch an. Von Papeete in Französisch Polynesien nach Portugal von Anfang Februar 2010 bis Ende April. Für die Reise fehlte noch der geeignete Schiffsarzt.
Jetzt 2 Wochen später habe ich alle Hürden ...die schwierigste war die Altersvorgabe von 60 Jahren...und ich werde während des Trips meinen 70. Geburtstag feiern...überwunden und habe den Letter of Employment appointing me as Doctor onboard the Tall Sailing Vessel SPV Star Flyer erhalten.
Wann hat dieses Abenteuer begonnen? Gitta erinerte sich am Sonntag morgen, das wir vor 2 Jahren im Mai in Hydra sehr fasziniert waren von der Ankunft eines dieser großartigen Segelschiffe, das dann für kurze Zeit vor der Küste von Hydra ankerte. Wir fragten uns, wer wohl auf einem solchen Schiff über die Meere reisen würden...und insgeheim entstand da wohl so ein Sehnsuchtsbild von einer Reise mit einem solchen Schiff.
Vielleicht war es dieses Bild, das in mir präsent war, als ich das Mail über den fehlenden Schiffsarzt las. Jedenfalls war ich sofort klar und fokussiert: Ja, das will ich...und habe dann in kürzester Zeit alle Hürden überwunden und bin nun also "appointed as Doctor onboard the Tall Sailing Vessel SPV Star Flyer. http://picasaweb.google.com/m.schmidneuhaus/StarFlyer#
Jetzt ist diese Perspektive auf einmal ganz konkret. Am Samstag habe ich unsere Flüge nach Tahiti für Anfang Februar gebucht und wir beginnen mit der realen Organsiation dieses Abenteuers. Zu allererst haben wir uns um unseren Weimeraner Fynn gekümmert, der schon jetzt absehbar einer der Leidtragenden dieses Trips sein wird, weil wir ihn nicht mitnehmen können. Wie finden wir für die 3 Monate einen geeigneten und guten Platz für ihn? Und typisch Frau: Gitta war gestern schon die ersten neuen Bekleidungsstücke für diesen Trip kaufen. Mich beschäftigt die Frage, wie ich mich wieder fit in Notfallmedizin mache und wie ich eine reizvolle Serie von "Health Talks" für meine Zuhörer auf dem Schiff konzipiere. Resilienz und Gesundheitskompetenz stelle ich mir als Zentralbegriffe vor.
Gesundheitskompetenz als Schlüsselbegriff in einer Zeit, in der die politischen Konzepte, aber auch die Realität der Gesundheitsversorgung äußerst kontrovers und auch konfus erscheinen. Die persönliche Gesundheitskompetenz könnte da als Achsenbegriff ein sinnvoller und in gewisser Weise auch überschaubarer Weg sein.