Donnerstag, 22. April 2010
Ankommen und festen Boden unter den Füssen spüren....
Mittwoch, 21. April 2010
Wieder zurück in der Welt des Internets...
paar Stunden sind wir in Lissabon gelandet und haben ein wunderschönes Hotel bezogen, wo wir uns langsam an ein normales Leben gewöhnen werden. Bis wir unsere Blogpläne wieder in Angriff nehemen können, wird es wohl noch eikn paar Tage dauern....wir sind ab 30.4.2010 wieder in Deutschland und werden dann viele Bilder zeigen und Einiges von dieser insgesamt doch sehr abenteuerlichen Fahrt berichten können.
Bis dahin liebe Grüße
von
Mark & Gitta
Sonntag, 14. Februar 2010
Tropenregen
Das Vorspiel ist zu Ende...
Seit die Starclipper-Reederei mir den letter of employment und zuletzt das internationale Seefahrtsbuch zugeschickt hatte, lief ein Prozess, der mir aus heutiger Sicht wie das Vorspiel vorgekommen ist. Das Antizipieren von dem, was heute, Sonntag dem 14.2.2010 nun ganz real stattfindet. Um 16:00 Uhr werden wir an Bord der Starflyer gehen. Diese ist heute morgen von ihrem letzten Südseerundtrip zurückgekommen. Eigentlich sollte sie wohl 5 Jahre in der Südsee bleiben. Nun wird sie nach ca. 2 Jahren mit uns an Bord vorerst zum letzten Mal ihre Runde durch die Südsee ziehen und dann mit dem Pazifik- und Atlantik-crossing wieder in näher liegende Gewässer zurückkehren.
Wir haben die bisherigen Tage in Tahiti dazu benutzt - mit den Worten eines anderen Starflyer-Passagiers, dem wir bereits am ersten Tag in unserem Hotel begegnet waren, uns gründlich zu "entschleunigen". Das "Meridien-Tahiti" war der ideale Platz dazu.
Jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, fühle ich mich gelassen und ruhig, obwohl das Warten auf unsere Koffer über 3 Tage hin die Entspannung nicht gerade gefördert hat. In ca. 6 Stunden werden wir mit einem Taxi und unseren Koffern zum Hafen fahren und an der Pier zum ersten Male die ganz reale Starflyer sehen, nachdem wir sie auf Fotos im Internet, auf Videos und Fernsehfilmen nun doch schon etliche Male bewundert haben. Aber diese zweidimensionalen Vergnügen sind nicht vergleichbar mit der tatsächlichen, mindestens dreidimensionalen, wahrscheinlich aber über noch mehr Dimensionen hinaus reichenden unmittelbaren Realität.
Ich fühle mich erinnert an jenen Morgen im Jahre 1963, als ich auf dem kleinen chinesischen Frachtschiff für Schweine und Wasserbüffel und mir als einzigem Passagier "Shun Shing" bei Sonnenaufgang langsam in den Hafen von Hongkong einlief und dachte..."das ist wirklich der Duft der großen, weiten Welt" und er ist nicht vergleichbar mit den zwar faszinierenden, aber dennoch unwirklichen Reklamefilmen für die Zigarette "Peter Stuyvesand", die damals mit diesem Slogan in den Markt gedrückt wurde.
Nun fast 47 Jahre später ein ähnliches und dennoch kaum vergleichbares Szenario: hinter mir liegen mehr als 45 Berufsjahre, auch die in vieler Hinsicht abenteuerlich. Aber im Moment geht es kaum um weitere Rückblicke, sondern eher um Ausblicke. In 5 Wochen werden wir auf den Pearl Islands, so alles bis dahin weiter klappt, meinen 70ten Geburtstag feiern und die Perspektive ist eher, was liegt dann an neuen Abenteuern im 7ten Jahrzehnt eines Lebens noch vor einem. In den ruhigen Tagen hier in Tahiti kristallisierte sich ein Thema klarer heraus: Nachdenken über eine Praxis der Medizin, in der es um "Better Aging" und nicht unbedingt um Anti-Aging geht. Wahrscheinlich ist die Starflyer ein ganz interessantes Terrain, diese Aspekte konkret zu erkunden. Ich nehme an, dass wir uns dort mit Leuten unseres Alters wiederfinden, die man wahrscheinlich in der öffentlichen Diskussion als "Die neuen Alten" bezeichnen würde. Für ihr Alter noch erstaunlich fit und unternehmungslustig und dennoch zumindest von einem Anflug von Altersweisheit gezeichnet...gewillt, aus ihren Erfahrungen das Beste zu machen so wie ich gewillt bin, mich konkret zu fragen, wie eine Medizin des "Aging Well", wie die berühmte, seit mehr als 60 Jahre laufende Harvard-Studie in dem Buch von Vaillant auf den Punkt gebracht wird, denn ganz konkret funktionieren kann. Gitta und ich stehen als Versuchspersonen schon fest...mal sehen, wer im weiteren Verlauf sich noch dazu gesellt. Unsere bisherige Erfahrung geht sehr in die Richtung des Zitats von Albert Schweitzer am Anfang der Beiträge zu diesem Blog. Also seien wir gespannt, wie die Geschichte weiter geht. Das nächste große Event wird in ca. 3 1/2 Stunden stattfinden, wenn wir die Starflyer konkret vor uns liegen sehen und wir unseren Fuß in den nächsten Abschnitt dieses Abenteuers setzen werden.
14.Februar 2010
Vacances, vacances
oder die Entschleunigung
Unter Palmen oder riesigen Brotbäumen, auf jeden Fall im Schatten stehen unsere Liegestühle mit Blick auf das Meer. Große Fortschritte in unseren Büchern, Lesen im warmen Wind hat etwas ungeheuer entschleunigendes. Ich lese gerade ein englisch geschriebenes Buch, Counter Clockwise von Ellen J. Langer. Andere Denkansätze, neue Fragestellungen, sehr interessant. Mein Sinn steht noch nicht nach Romanen, wir sind hier in einer so anderen Welt, dass ich noch keine Lust verspüre mich in weitere Welten entführen zu lassen. Eine Stimmung à la „Recherche du temps perdu“ kommt hier aber nicht auf.
Gestern ging es schon hoch her in der Stadt. Chinesische Drachen und Trommler tanzten und musizierten in den Strassen. Knallfrösche knatterten an der Bordsteinkante. Die Markthalle war mit Glitzerketten über und über dekoriert, die Blumenregale und Tische überbordend beladen.
Tahitianische Tänzer führten ihre erotischen und temperamentvollen Tänze auf. Lebendigkeit in jeder Ecke. Auf der Frühstücksterrasse heute Morgen noch nicht gesehene Betriebsamkeit. St. Valentin wird gefeiert, ganze Familienverbände mit gestylten Kindern, rosa Rüschenkleider, die Jungs mit passenden T-shirts zur Hose waren hier zum Brunchen gekommen. Die Kois wurden gefüttert, dass man denken konnte, sie würden heute wachsen. Sehr schöne Tahitianische Frauen hatten meist einen europäischen Mann. Die knuffigen, molligen hatten tahitianische Männer, meist auch recht rundlich.
Die chinesischen Familien kamen auch in großer Zahl ihr neues Jahr, das des metallenen Tigers, zu feiern. Es strahlte alles so den karibischen Effekt des friedlichen Miteinanders aus. Fühlt sich gut an.
Wir genießen gerade die letzte Stunde des klimatisierten Zimmers, um zu berichten. Heute Nachmittag geht es an Bord.Papeete, Sonntag, den 14. Februar 2010
Vacances, vacances
oder die Entschleunigung
Unter Palmen oder riesigen Brotbäumen, auf jeden Fall im Schatten stehen unsere Liegestühle mit Blick auf das Meer. Große Fortschritte in unseren Büchern, Lesen im warmen Wind hat etwas ungeheuer entschleunigendes. Ich lese gerade ein englisch geschriebenes Buch, Counter Clockwise von Ellen J. Langer. Andere Denkansätze, neue Fragestellungen, sehr interessant. Mein Sinn steht noch nicht nach Romanen, wir sind hier in einer so anderen Welt, dass ich noch keine Lust verspüre mich in weitere Welten entführen zu lassen. Eine Stimmung à la „Recherche du temps perdu“ kommt hier aber nicht auf.
Gestern ging es schon hoch her in der Stadt. Chinesische Drachen und Trommler tanzten und musizierten in den Strassen. Knallfrösche knatterten an der Bordsteinkante. Die Markthalle war mit Glitzerketten über und über dekoriert, die Blumenregale und Tische überbordend beladen.
Tahitianische Tänzer führten ihre erotischen und temperamentvollen Tänze auf. Lebendigkeit in jeder Ecke. Auf der Frühstücksterrasse heute Morgen noch nicht gesehene Betriebsamkeit. St. Valentin wird gefeiert, ganze Familienverbände mit gestylten Kindern, rosa Rüschenkleider, die Jungs mit passenden T-shirts zur Hose waren hier zum Brunchen gekommen. Die Kois wurden gefüttert, dass man denken konnte, sie würden heute wachsen. Sehr schöne Tahitianische Frauen hatten meist einen europäischen Mann. Die knuffigen, molligen hatten tahitianische Männer, meist auch recht rundlich.
Die chinesischen Familien kamen auch in großer Zahl ihr neues Jahr, das des metallenen Tigers, zu feiern. Es strahlte alles so den karibischen Effekt des friedlichen Miteinanders aus. Fühlt sich gut an.
Wir genießen gerade die letzte Stunde des klimatisierten Zimmers, um zu berichten. Heute Nachmittag geht es an Bord.
Freitag, 12. Februar 2010
Das Inselinnere von Tahiti
Donnerstag, 11. Februar 2010
Papeete 2
Zwischen Selbstbehauptung, Identitätssicherung und Polynesischer Lebensart pendeln die Einwohner hin und her. Sie sind hier Franzosen, aber keine Europäer. Es gibt einen polynesischen Bürgermeister und einen französischen Maire. Alle Positionen sind doppelt besetzt, nur Richter sind immer Franzosen, Anwälte hingegen Polynesier. Um in Frankreich zu arbeiten benötigen Polynesier eine Arbeitserlaubnis. Da ist schon ein wenig Konfliktpotential unter der fröhlichen Decke der leichten Lebensart.
Wir genießen das wunderschöne Hotel Le Meridien. Ein idealer Platz zum Entschleunigen. Höhepunkt des gestrigen Tages war eine Hochzeitszeremonie hier am Strand. Wir hatten ja schon am Flughafen den Eindruck, dass der Gesang nicht nur touristisch ist. Das bestätigte sich auch rund um die Hochzeit. Die Tänzerinnen und Tänzer waren sehr schön anzusehen und es war echt, keine Show für Touristen. So etwas ist natürlich ein Glücksfall zu erleben.
Die Muster der Tätowierungen befinden sich auch an Häuserwänden. Im Radio wird auch etwa zu 50 % Tahitisch gesungen, wobei auf jeder Insel ein anderer Dialekt gesprochen wird. Diese sind teilweise so verschieden, dass man miteinander französisch sprechen muss. Man ist hier also mindestens zweisprachig. Wir sind ganz froh französisch zu sprechen, weil man so leichter in Gespräche hineinfindet und mehr erfährt.
Mittwoch, 10. Februar 2010
Kampf mit dem Internet...
Unsere schön konzipierten Fotosauswahlen... wir scheiterten einfach an den Hochladekapazitäten der hiesigen Netzverbindungen. Wie das in Zukunft werden wird, wird wohl ein immer wieder neue Barrieren überwinden heissen.
Einiges ist gelungen...aber insgesamt sind wir eher frustiert....wir hatten es halt schöner konzipiert.
Papeete
Die ersten 24 Stunden auf Tahiti
Papeete
von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang
In Europa war gerade Nacht geworden als über Tahiti die Sonne aufging und unser Flugzeug zur Landung in Papeete Faa ansetzte, 6:30 Uhr Ortszeit. Einen Schritt in das tropische Klima und alle steifen Knochen sind wieder beweglich, das Pfeifen fremder Vögel ist das erste Wahrnehmen einer anderen Welt. Hinter uns die Technik aller Flughäfen vor uns tropische Architektur, ähnlich der Häuser auf Bali, Gelassenheit aus- strahlend, wunderschöne junge Frauen begrüßen die Ankommenden mit duftenden Blü- ten, 2 tätowierte Männer spielen Gitarre und singen in der Sprache der Polynesier. Sie wissen ihre Kultur zu schützen und welche Vorstellungen und Klischees die Gäste mit sich herumtragen, es ist dennoch eine gute Einstimmung mit der man sich als Gast wohl fühlt.
Familienangehörige helfen den Taxifahrern unaufdringlich ihre Kunden zu finden. Wir gelangen in ein Bustaxi und ernten hoch erstaunte Blicke, ob unseres nicht vorhandenen Gepäcks. Es scheint größere Besucherströme gegeben zu haben.
Es ist Rushhour, Mengen von Autos auf der Gegenfahrbahn stadteinwärts. Nach den Autos zu urteilen geht es den Einwohnern gut. Die Straße ist entlang der schon lange vorhandenen Küstenstrasse ausgebaut. Keine Hochhäuser, Riesenhotels oder Resorts dicht an dicht am Küstenstreifen, keine Slums stadtauswärts. Papeete ist eine richtige Stadt, die einzige in französisch Polynesien, kein Raum für Südseeträume á la Gauguin.
Das Hotel am westlichen Stadrand entspricht dem schon eher. Ein wunderschöner Park, kristallklares Wasser, eine wunderschöne Lagune davor. Das Meeresrauschen kommt aus der Ferne, wo das Wasser sich am Korallenriff bricht. Wieder tropische Architektur und Häuschen in der Lagune. Aufmerksam haben wir Norberts Brief gelesen. Tourismus muss nicht zerstörerisch sein, hier ist er es nicht. Das ist in der Vergangenheit offensichtlich gut gelaufen und gibt den Bewohnern eine Lebensgrundlage. Grüne Bedachung in einer neuen Lösung, Wasser mit Seerosen, Goldfischen und Kois halten die Frühstücksterrasse darunter kühl ohne Ventilatoren und anderen stromfressenden Einrichtungen. Außerdem ist es schön anzuschauen von den darüber liegenden Zimmerbalkonen.
Wir fahren am Nachmittag in die Stadt. Nur für die Markthalle ist das zu spät. Wir sahen das Treiben dort nur in der Schlussphase. Ansonsten ist die Stadt schon so klein, dass eine Besichtigung in 3 Stunden möglich ist. Das imposanteste Gebäude ist die Mairie, das Rathaus. Als Stadtplaner habe ich gelernt, dass Parks die grünen Lungen der Städte sind, wie sich das anfühlt habe ich hier zum ersten mal im Park Bougainville erlebt. Eines der Haupthandelsgüter sind die schwarzen Perlen Tahitis. Das Treiben der Menschen ist munter bis heiter gelassen, viele junge Menschen. Die oft beschriebenen schönen Frauen gibt es immer noch, sie haben eine wunderschöne goldbronzene Haut und ovale Gesichter und tragen oft eine Blüte im Haar oder auch Kopfhörer.
Leider sieht ein großer Teil der Bevölkerung aus wie dieser flott schreitende Polizist. Im Gespräch mit dem Hotelchauffeur erfuhren wir von den großen Veränderungen im Essverhalten der Polynesier in den letzeten 20 Jahren mit den Folgen, dass Diabetis 2 mit extremen Übergewicht und Hypertonie die häufigste Krankheit auf der Insel ist. Er zitierte Fastfoodketten und Colagetränke.
Hier kam der französische Einfluss hinsichtlich guter Ernährung nicht zum Zuge. Wir hingegen profitieren von dem französischen Einfluss, es gibt sehr gute Restaurants und gute Brauereien.
Hauptwirtschaftsfaktor der Stadt ist wohl der Hafen. Hier lagen riesige Kreuzfahrtschiffe. Kreuzfahrten scheinen offenbar eine ideale Reiseform betagter Menschen zu sein. Uns wurde berichtet von der Fitness der Starflyerpassagiere, die sich von den Kreuzfahrtschiffen stark unterscheiden.
In Verbeugung und Hochtung vor den Polynesiern beschlossen wir den Abend mit einem Seefoodmahl heimischer Fische, roter Thunfisch, Mahi Mahi etc. in einem Restaurant direkt an der Lagune.
Das Hochladen der weiteren Fotos geht nicht, weil die Übertragungstrate so gering ist, dass wir ddie Bilder nicht hochladen können. Soll geschehen, wenn wir bessere technische Bedingungen haben. Schade, weil es so schöne Fotos sind.
Samstag, 6. Februar 2010
Reisewünsche von Norbert und Atussa....
Freitag, 5. Februar 2010
Organisationaspekte einer Reise....
Sonntag, 31. Januar 2010
On becoming an Artist
Samstag, 30. Januar 2010
Wanderer, es gibt keine Straßen...! Wege entstehen beim Gehen...
Wanderer, es gibt keine Straßen...! Wege entstehen beim Gehen...
ein altes spanisches Sprichwort,
das ich mir herausschrieb und das ich seither als Bildschirmschoner auf meinen
diversen Pcs benutze.
Mein Blick fällt also immer wieder auf diesen Spruch und er ist so etwas wie ein
Mantra geworden, das ich einige Zeit später mit den mittelalterlichen
Kardinaltugenden ergänzt habe:
sapientia....fortitudo...temperantia...justitia...ein Denk- und Handlungsrahmen,
der mich immer wiedererinnert, dass Nachdenklichkeit eine unerlässliche Notwendigkeit dort ist,
wo betonierte Schnellstrasseneinen zum Rasen animieren und Scheinziele vorgaukeln, die man, wenn man
sich durch die hinzugefügtenKardinaltugenden leiten lassen will, dann doch
nicht blindlings verfolgen sollte.
Ich wende dieses Sprichwort vor allem auf meinen Umgang mit dem,was wir so gemeinhin als Wissen
bezeichnen, an...und dann wird mir klar, dass der Physiologe Emil Du Bois-Reymond 1872 mit seinem
Hinweis auf das Ignorabimus ( Wir werden nicht wissen) wohl etwas ähnliches gemeint haben muss und
mit dem darauf folgenden Ignorabimus-Streit http://docs.google.com/viewer?a=v&q=cache%3AYlBSpABrjdgJ%3Akw.uni-paderborn.de%2Ffileadmin%2Fkw%2FInstitute%2FPhilosophie%2FPersonal%2FReichenberger%2Fbeitrag.ignorabimus_lastversion_reichenberger.inkl.grafik.pdf+ignorabimus+streit&hl=de&sig=AHIEtbQUIgPOExlcnrTlKhQOZm0J4hOacw&pli=1
einen auch heute noch gültigen, offenen Raum geschaffen hat, in dem wir uns mit diesem
alten Sprichwort zwar auf mühsamen, immer aber interessanten Wegen vorwärts bewegen
können.
Jetzt bin ich bei einem großen Thema gelandet und wollte eigentlich nur erzählen, wie oft
mich mein Screensaver an die Wirklichkeit erinnert und mir zu Gelassenheit
durchNachdenklichkeit verhilft, wenn ich mich in dem Dasein verheddert fühle....im
kleinen durch das Abstürzen von 2 meiner Arbeitscomputer durch einen Virus, der notwendig machte, das ganze Windowssystem neu aufzusetzen....und bis die Pcs wieder arbeitsfähig
sind wird noch viel Zeit vergehen, aber ich muss mir neue Computerkonzepte überlegen,
weil ich durch diese Abstürze schmerzhaft gemerkt habe, wie abhängig ich vom Funktionieren solcher
Techniksysteme bin und wie sehr ich durch solche alltäglichen Pannen ins
Stolpern geraten kann.
Im Großen bewegt mich die eindrucksvolle Filmdokumentation von Claude
Lanzmann von 1985 über die Shoah, die Arte an den letzten beiden
Mittwochabenden jeweils über mehr als 4 Stunden gesendet hatte und die ich noch nicht gesehen hatte. Subtil
malt er den Schatten, der auf uns alle fällt und der durch die Nachdenklichkeit, von der ich
vorher gesprochen habe, hoffentlich ein Stück gemildert wird.
Diese Nachdenklichkeit wiederum hat mich eine Reihe von Büchern von
Ellen Langer entdecken lassen, die ich für mich zum Lesen mitnehmen will.
An erster Stelle ihr letztes Buch: Counterclockwise....und dann 3 Titel zum Thema Mindfullness, das Ellen
Langer, eine Psychologieprofessorin von Harvard sehr lebendig und originell abhandelt.Lesen ist oft
Wiedererkennen...aber auch voller Überraschungen, Muster zu erkennen, die einem bisher
noch nicht klar waren. Ich bin neugierig, zu welchen neuen oder alten Erkenntnissen mich
diese Lektüren animieren....Wege entstehen beim Gehen!
PS: Auch wenn man sich mit einem Blog versucht...Dieser Eintrag ist beim Formatieren schief gelaufen und ich habe noch nicht entdeckt, woran genau es liegt. Danke für die Rückmeldungen von denen, die mich auf die falsche Formatierung aufmerksam gemacht haben. Ich bin aber nicht sicher, ob der Korrekturversuch geklappt hat.
Donnerstag, 21. Januar 2010
Neue Perspektiven gewinnen...
Vor ein paar Tagen ist mir Folgendes passiert: gefragt, wie es mir mit den Vorbereitungen für unseren Starflyer-Trip ginge, meinte ich, dass mich das Projekt schon ganz schön in Bewegung brächte. Seit 8. Januar sei ich dabei, in einem kleinen Krankenhaus unter der freundlichen Anleitung eines wohlwollenden Chirurgenkollegen sowohl in der Ambulanz als auch im Operationssaal meinen Blick für die Praxis der Erstversorgung wieder zu üben. Ich fühlte mich zurückversetzt in die frühen Phasen meines Medizinstudiums und meine chirurgische Medizinalassistentenzeit, quasi eine Zeitreise in die Vergangenheit und gleichzeitig ein Sich-Gewahrwerden, wie viel neue Technologien in den letzten 45 Jahren auch bei der Basisversorgung neu hinzugekommen sind und vieles anders machen. Interessant war aber vor allem der Kommentar des Freundes, der meinte, der Starflyer-trip sei doch ein ganz tolles Anti-Aging-Mittel; das wirksamste, das er in letzter Zeit kennengelernt habe: erst sei ich um 10 Jahre jünger geworden, um überhaupt den Job als Schiffsarzt zu bekommen ( wie wenn er mich auf dem Ergometer für das Gesundheitszeugnis hätte radeln sehen, um die Marke "fit wie unter 60" zu erreichen) und dann hätte ich jetzt ja einen Satz gemacht und sei wieder im Stadium eines Jungarztes angekommen...in der Tat hatte einer der internistischen Kollegen letzte Woche bei der Visite schmunzelnd gemeint, sie hätten heute Verstärkung mitgebracht und ich sei der "neue Famulus", was alle mit einem herzlichen Lachen quittierten. Mir macht die Beschäftigung mit der Basisversorgung wirklich Freude...ein unerwarteter Gewinn, der mich an Zeilen von Albert Schweitzer zum Thema "Jugend" erinnert, die man sich, wenn man so in die Jahre kommt, zu Herzen nehmen kann. Ich habe das jedenfalls getan und will diesen Text gerne mit Euch teilen;
Donnerstag, 14. Januar 2010
Fahrplan
Montag, 11. Januar 2010
Im Strom der Zeit...
Interessant ist dabei, dass ein neues Ziel dennoch wirksam ist und implizit in vieler Hinsicht Lebensabläufe konstelliert. Der Blick auf das bevorstehende Abenteuer zeigt seine Wirkung, auch wenn das erst mal nur in der inneren Organisation und der Ausrichtung der Aufmerksamkeit fassbar ist.
Jetzt sind es noch etwas mehr als ca. 3 Wochen bis zu unserem Start nach Tahiti. Das Projekt verdichtet sich und rückt mehr und mehr ins Zentrum.Bei einem späteren Rückblick bin ich neugierig, zu welchgen Entdeckungen uns dieses Projekt verholfen hat.
Vorbereitungen...und ein sinnvoller Blick zurück
War am letzten Mittwoch gerne der Einladung des leitenden chrurgischen Arztes des kleinen lokalen Krankenhauses, der Salzachklinik in Fridolfing gefolgt, mit ihm in der Zeit bis zu unserem Start nach Tahiti wieder an die medizinische Versorgungsbasis zurückzukehren und ihn sowohl in der Ambulanzsprechstunde, dem Operationsbetrieb und dne Notfalleinsätzen mit dem Notarztwagen zu begleiten.
Sein Kollege Dr. S. war als Schiffsarzt auf der Seacloud und so konnten wir uns dann gleich zu einem spannenden Gedankenaustausch nach dem Operationsprogramm am letzten Freitag verabreden, nachdem ich ihm vorher bei einer Operation mit einer ganz neuen Technik assistieren durfte. Auch hier wurde wieder deutlich: im Zentrum alles Tuns steht die Achtsamkeit. Vieler seiner Erfahrungen auf der Seacloud zeigten, dass es weniger um bravouröse Eingriffe geht als um einen umsichtigen Kontakt mit dem Kapitän, der die Gesundheit aller im Blick hat.
Das Erleben der engagierten Kollegen an der Basis aktivierte viele Erinnerungen und machte den Entwicklungsbogen deutlicher, den ich in den vielen Stationen meiner ärztlichen Tätigkeit in den vergangenen 50 Jahren durchmessen habe. Dr. R. hatte recht, als er sagte, die beste Vorbereitung auf meine Zeit auf dem Starflyer, die er sich vorstellen könnte, sei wieder in die Art der Basisversorgung einzutauchen, die in seinem kleinen Krankenhaus geleistet würde.
Wenn man viele Jahre in der fachärztlichen Versorgung in einer extrem arbeitsteiligen Handlungsstruktur gearbeitet hat, dann ist man sich oft gar nicht mehr bewusst, wie weit das Ausmaß der eigenen Spezialisierung gegangen ist. Unsere eigene Wirklichkeit ist immer ein Konstrukt und nicht die ganze Realität. In solchen Begegnungen mit Basispositionen, aber auch der Reflektion von Entwicklungslinien wird das mit einer schönen Unmittelbarkeit deutlich.
Auch hier treffe ich wieder auf den Aspekt der Achtsamkeit: ich glaube, ich tue gut daran, der Achtsamkeit den ersten Platz bei meinem Tun einzuräumen.





