Donnerstag, 22. April 2010

Ankommen und festen Boden unter den Füssen spüren....

ist gar nicht so einfach! Gestern haben wir uns über den vielen Platz in unserer Hotelsuite im Olisippo Castelo sehr gefreut. Endlich wieder Platz nach den vielen Wochen in unseren engen Schiffskabinen. Aber dann im Bett so was wie "landkrank" werden, nur weil nicht mehr alles schwankt...das ist schon eine verrückte Welt. Ist uns aber letzte Nacht passiert. Wir haben dann Pillen gegen die Seekrankheit genommen, damit uns auf dem Land bzw. im Bett nicht schlecht wird, weil alles schwankt und sich dreht. Das sind unerwartete Abenteuer beim Ankommen.

Mittwoch, 21. April 2010

Wieder zurück in der Welt des Internets...

Nur eine kurze Nachricht: wir haben wieder festen Boden unter den Füßen...vor ein
paar Stunden sind wir in Lissabon gelandet und haben ein wunderschönes Hotel bezogen, wo wir uns langsam an ein normales Leben gewöhnen werden. Bis wir unsere Blogpläne wieder in Angriff nehemen können, wird es wohl noch eikn paar Tage dauern....wir sind ab 30.4.2010 wieder in Deutschland und werden dann viele Bilder zeigen und Einiges von dieser insgesamt doch sehr abenteuerlichen Fahrt berichten können.

Bis dahin liebe Grüße
von
Mark & Gitta

Sonntag, 14. Februar 2010

Tropenregen

Es war eine wunderschöne Pause...die Koffer gepackt und ausgechecked...wir wollten noch 2 Stunden träumen in dem tropischen Hotelgarten mit dem weiten Blick über den Pazifik auf Moorea. Der Ipod spendete die passende Lieblingsmusik über die Favoritenliste. Welch eine Gelegenheit, diese Musik an einem ganz besonderen Platz zu hören. Wenn man die Technik nützt, kann das Alltagsleben schon recht komfortabel sein. Erst Shostakovics Valse Nr. 5, dann Eydie Gorme "Eso es el Amor"...dann Mozarts Klavierkonzerte...mitten in einem tropischen Hotelgarten mit Blick auf die Insel Moorea...Träumen auf eine ganz besondere Art...das war nicht zu planen...das hat sich einfach ergeben so wie der plötzliche Tropenregen, der über diese Idylle hereinbrach und uns zwang, schnell einen Unterstand zu finden, damit wir nicht mit allen unseren Reiseklamotten am Leib total durchnässt zum Hafen fahren würden. Erst fanden wir Unterschlupf in der Stranbar...dann nahm uns ein Hoteltrolley mit bis zur Hotelhahalle, wo wir jetzt ganz trocken sitzen und auf das Taxi warten können, das uns in ca 30 Minuten zur Starflyer bringen wird. Ich sitze mit dem kleinen Netbook da und kann den Moment festhalten und gleich noch versuchen, ob wir den Text noch mit unseren restlichen, verbliebenen Minuten ins Internet transportieren können.

Das Vorspiel ist zu Ende...

Das Vorspiel ist zu Ende...das Abenteuer beginnt real!

Seit die  Starclipper-Reederei mir den letter of employment und zuletzt das internationale Seefahrtsbuch zugeschickt hatte, lief ein Prozess, der mir aus heutiger Sicht wie das Vorspiel vorgekommen ist. Das Antizipieren von dem, was heute, Sonntag dem 14.2.2010 nun ganz real stattfindet. Um 16:00 Uhr werden wir an Bord der Starflyer gehen. Diese ist heute morgen von ihrem letzten  Südseerundtrip zurückgekommen. Eigentlich sollte sie wohl  5 Jahre in der Südsee bleiben. Nun wird sie nach ca. 2 Jahren mit uns an Bord vorerst zum letzten Mal ihre Runde durch die Südsee ziehen und dann mit dem Pazifik- und Atlantik-crossing wieder in näher liegende Gewässer zurückkehren.

Wir haben die bisherigen Tage in Tahiti dazu benutzt - mit den Worten eines anderen Starflyer-Passagiers, dem wir bereits am ersten Tag in unserem Hotel begegnet waren, uns gründlich zu "entschleunigen". Das  "Meridien-Tahiti" war der ideale Platz dazu.

Jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, fühle ich mich gelassen und ruhig, obwohl das Warten auf unsere Koffer über 3 Tage hin die Entspannung nicht gerade gefördert hat. In ca. 6 Stunden werden wir mit einem Taxi und unseren Koffern zum Hafen fahren und an der Pier zum ersten Male die ganz reale Starflyer sehen, nachdem wir sie auf Fotos im Internet, auf Videos und Fernsehfilmen nun doch schon etliche Male bewundert haben. Aber diese zweidimensionalen Vergnügen sind nicht vergleichbar mit der tatsächlichen, mindestens dreidimensionalen, wahrscheinlich aber über noch mehr Dimensionen hinaus reichenden unmittelbaren Realität.

Ich fühle mich erinnert an jenen Morgen im Jahre 1963, als ich auf dem kleinen chinesischen Frachtschiff für Schweine und Wasserbüffel und mir als einzigem Passagier "Shun Shing" bei Sonnenaufgang langsam in den Hafen von Hongkong einlief und dachte..."das ist wirklich der Duft der großen, weiten Welt" und er ist nicht vergleichbar mit den zwar faszinierenden, aber dennoch unwirklichen Reklamefilmen für die Zigarette "Peter Stuyvesand", die damals mit diesem Slogan in den Markt gedrückt wurde.

Nun fast 47 Jahre später ein ähnliches und dennoch kaum vergleichbares Szenario: hinter mir liegen mehr als 45 Berufsjahre, auch die in vieler Hinsicht abenteuerlich. Aber im Moment geht es kaum um weitere Rückblicke, sondern eher um Ausblicke. In 5 Wochen werden wir auf den Pearl Islands, so alles bis dahin weiter klappt, meinen 70ten Geburtstag feiern und die Perspektive ist eher, was liegt dann an neuen Abenteuern im 7ten Jahrzehnt eines Lebens noch vor einem. In den ruhigen Tagen hier in Tahiti kristallisierte sich ein Thema klarer heraus: Nachdenken über eine Praxis der Medizin, in der es um "Better Aging" und nicht unbedingt um Anti-Aging geht. Wahrscheinlich ist die Starflyer ein ganz interessantes Terrain, diese Aspekte konkret zu erkunden. Ich nehme an, dass wir uns dort mit Leuten unseres Alters wiederfinden, die man wahrscheinlich in der öffentlichen Diskussion als "Die neuen Alten" bezeichnen würde. Für ihr Alter noch erstaunlich fit und unternehmungslustig und dennoch zumindest von einem Anflug von Altersweisheit gezeichnet...gewillt, aus ihren Erfahrungen das Beste zu machen so wie ich gewillt bin, mich konkret zu fragen, wie eine Medizin des "Aging Well", wie die berühmte, seit mehr als 60 Jahre laufende Harvard-Studie in dem Buch von Vaillant auf den Punkt gebracht wird, denn ganz konkret funktionieren kann. Gitta und ich stehen als Versuchspersonen schon fest...mal sehen, wer im weiteren Verlauf sich noch dazu gesellt. Unsere bisherige Erfahrung geht sehr in die Richtung des Zitats von Albert Schweitzer am Anfang der Beiträge zu diesem Blog. Also seien wir gespannt, wie die Geschichte weiter geht. Das nächste große Event wird in ca. 3 1/2 Stunden stattfinden, wenn wir die Starflyer konkret vor uns liegen sehen und wir unseren Fuß in den nächsten Abschnitt dieses Abenteuers setzen werden.

Photos zum 14.2.2010

 

 

 

 
 

 

 

 
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14.Februar 2010

Papeete, Sonntag, den 14. Februar 2010


Vacances, vacances
oder die Entschleunigung

Unter Palmen oder riesigen Brotbäumen, auf jeden Fall im Schatten stehen unsere Liegestühle mit Blick auf das Meer. Große Fortschritte in unseren Büchern, Lesen im warmen Wind hat etwas ungeheuer entschleunigendes. Ich lese gerade ein englisch geschriebenes Buch, Counter Clockwise von Ellen J. Langer. Andere Denkansätze, neue Fragestellungen, sehr interessant. Mein Sinn steht noch nicht nach Romanen, wir sind hier in einer so anderen Welt, dass ich noch keine Lust verspüre mich in weitere Welten entführen zu lassen. Eine Stimmung à la „Recherche du temps perdu“ kommt hier aber nicht auf.

Gestern ging es schon hoch her in der Stadt. Chinesische Drachen und Trommler tanzten und musizierten in den Strassen. Knallfrösche knatterten an der Bordsteinkante. Die Markthalle war mit Glitzerketten über und über dekoriert, die Blumenregale und Tische überbordend beladen.

Tahitianische Tänzer führten ihre erotischen und temperamentvollen Tänze auf. Lebendigkeit in jeder Ecke. Auf der Frühstücksterrasse heute Morgen noch nicht gesehene Betriebsamkeit. St. Valentin wird gefeiert, ganze Familienverbände mit gestylten Kindern, rosa Rüschenkleider, die Jungs mit passenden T-shirts zur Hose waren hier zum Brunchen gekommen. Die Kois wurden gefüttert, dass man denken konnte, sie würden heute wachsen. Sehr schöne Tahitianische Frauen hatten meist einen europäischen Mann. Die knuffigen, molligen hatten tahitianische Männer, meist auch recht rundlich.
Die chinesischen Familien kamen auch in großer Zahl ihr neues Jahr, das des metallenen Tigers, zu feiern. Es strahlte alles so den karibischen Effekt des friedlichen Miteinanders aus. Fühlt sich gut an.

Wir genießen gerade die letzte Stunde des klimatisierten Zimmers, um zu berichten. Heute Nachmittag geht es an Bord.Papeete, Sonntag, den 14. Februar 2010


Vacances, vacances
oder die Entschleunigung

Unter Palmen oder riesigen Brotbäumen, auf jeden Fall im Schatten stehen unsere Liegestühle mit Blick auf das Meer. Große Fortschritte in unseren Büchern, Lesen im warmen Wind hat etwas ungeheuer entschleunigendes. Ich lese gerade ein englisch geschriebenes Buch, Counter Clockwise von Ellen J. Langer. Andere Denkansätze, neue Fragestellungen, sehr interessant. Mein Sinn steht noch nicht nach Romanen, wir sind hier in einer so anderen Welt, dass ich noch keine Lust verspüre mich in weitere Welten entführen zu lassen. Eine Stimmung à la „Recherche du temps perdu“ kommt hier aber nicht auf.

Gestern ging es schon hoch her in der Stadt. Chinesische Drachen und Trommler tanzten und musizierten in den Strassen. Knallfrösche knatterten an der Bordsteinkante. Die Markthalle war mit Glitzerketten über und über dekoriert, die Blumenregale und Tische überbordend beladen.

Tahitianische Tänzer führten ihre erotischen und temperamentvollen Tänze auf. Lebendigkeit in jeder Ecke. Auf der Frühstücksterrasse heute Morgen noch nicht gesehene Betriebsamkeit. St. Valentin wird gefeiert, ganze Familienverbände mit gestylten Kindern, rosa Rüschenkleider, die Jungs mit passenden T-shirts zur Hose waren hier zum Brunchen gekommen. Die Kois wurden gefüttert, dass man denken konnte, sie würden heute wachsen. Sehr schöne Tahitianische Frauen hatten meist einen europäischen Mann. Die knuffigen, molligen hatten tahitianische Männer, meist auch recht rundlich.
Die chinesischen Familien kamen auch in großer Zahl ihr neues Jahr, das des metallenen Tigers, zu feiern. Es strahlte alles so den karibischen Effekt des friedlichen Miteinanders aus. Fühlt sich gut an.

Wir genießen gerade die letzte Stunde des klimatisierten Zimmers, um zu berichten. Heute Nachmittag geht es an Bord.

Freitag, 12. Februar 2010

 

 

 

 
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Das Inselinnere von Tahiti



Das Innere der Insel

Wasser, Berge, Kultstätten und Vegetation

Am 3. Tag unseres Aufenthaltes auf Tahiti sind wir mit einem Allrader ins Innere der Insel gefahren. Kaum die Küstenstrasse verlassen, gibt es nur noch Natur. Wasserfälle stürzen aus großer Höhe herab, Flüsse winden sich durch die Täler, weiten sich aus zu spiegelnden Seen in denen man Aale füttern kann, Stauseen treiben Turbinen an, riesige Pfützen auf den Strassen, Strassenpassagen durch die Flüsse, gurgelnde Bäche, Dampf, Nebel, die ganze Wasservielfalt der Tropen.

Berge und Felsformationen in ungeheurer Formenvielfalt. Krater in den Himmel ragend, mal in den Wolken, mal gegen den blauen Himmel.

Polynesische Kultstätten, es gibt davon 400 auf der Insel, werden 2 x im Jahr zu großen Festen aufgesucht und heilig gehalten und gepflegt. Obwohl die Bevölkerung statistisch zu 75 % Christen sind, gibt es noch immer die Feste der Vorfahren. Da Touristen wenig ins Innere der Insel fahren, finden diese Feste weitgehend unter Ausschluss dieser statt.

Grün, grün, grün in allen Schattierungen und Farbvarianten. Die Vegetation der Tropen ist üppig. Es gibt keine Kontrolle. Munter breiten sich Pflanzen aus Indonesien und anderen Teilen der Erde aus, wie zum Beispiel Bambus, der hier nicht heimisch ist. Für Forscher jedoch ist es nach wie vor ein reiches Feld. Noch immer kann man neue Insektenarten entdecken, Vögel beobachten etc.

Donnerstag, 11. Februar 2010

 

 

 

 
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Papeete 2

Papeete 2

Zwischen Selbstbehauptung, Identitätssicherung und Polynesischer Lebensart pendeln die Einwohner hin und her. Sie sind hier Franzosen, aber keine Europäer. Es gibt einen polynesischen Bürgermeister und einen französischen Maire. Alle Positionen sind doppelt besetzt, nur Richter sind immer Franzosen, Anwälte hingegen Polynesier. Um in Frankreich zu arbeiten benötigen Polynesier eine Arbeitserlaubnis. Da ist schon ein wenig Konfliktpotential unter der fröhlichen Decke der leichten Lebensart.

Wir genießen das wunderschöne Hotel Le Meridien. Ein idealer Platz zum Entschleunigen. Höhepunkt des gestrigen Tages war eine Hochzeitszeremonie hier am Strand. Wir hatten ja schon am Flughafen den Eindruck, dass der Gesang nicht nur touristisch ist. Das bestätigte sich auch rund um die Hochzeit. Die Tänzerinnen und Tänzer waren sehr schön anzusehen und es war echt, keine Show für Touristen. So etwas ist natürlich ein Glücksfall zu erleben.

Die Muster der Tätowierungen befinden sich auch an Häuserwänden. Im Radio wird auch etwa zu 50 % Tahitisch gesungen, wobei auf jeder Insel ein anderer Dialekt gesprochen wird. Diese sind teilweise so verschieden, dass man miteinander französisch sprechen muss. Man ist hier also mindestens zweisprachig. Wir sind ganz froh französisch zu sprechen, weil man so leichter in Gespräche hineinfindet und mehr erfährt.

Mittwoch, 10. Februar 2010

Kampf mit dem Internet...

Der heutige Nachmittag zeigt uns, dass das Üben des Bloggens in dem deutschen DSL-Netz und das Realisieren in der Südsee zwei sehr verschieden Sachen sind.

Unsere schön konzipierten Fotosauswahlen... wir scheiterten einfach an den Hochladekapazitäten der hiesigen Netzverbindungen. Wie das in Zukunft werden wird, wird wohl ein immer wieder neue Barrieren überwinden heissen.

Einiges ist gelungen...aber insgesamt sind wir eher frustiert....wir hatten es halt schöner konzipiert.
 

 
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Papeete


Die ersten 24 Stunden auf Tahiti


Papeete


von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang


In Europa war gerade Nacht geworden als über Tahiti die Sonne aufging und unser Flugzeug zur Landung in Papeete Faa ansetzte, 6:30 Uhr Ortszeit. Einen Schritt in das tropische Klima und alle steifen Knochen sind wieder beweglich, das Pfeifen fremder Vögel ist das erste Wahrnehmen einer anderen Welt. Hinter uns die Technik aller Flughäfen vor uns tropische Architektur, ähnlich der Häuser auf Bali, Gelassenheit aus- strahlend, wunderschöne junge Frauen begrüßen die Ankommenden mit duftenden Blü- ten, 2 tätowierte Männer spielen Gitarre und singen in der Sprache der Polynesier. Sie wissen ihre Kultur zu schützen und welche Vorstellungen und Klischees die Gäste mit sich herumtragen, es ist dennoch eine gute Einstimmung mit der man sich als Gast wohl fühlt.


Familienangehörige helfen den Taxifahrern unaufdringlich ihre Kunden zu finden. Wir gelangen in ein Bustaxi und ernten hoch erstaunte Blicke, ob unseres nicht vorhandenen Gepäcks. Es scheint größere Besucherströme gegeben zu haben.

Es ist Rushhour, Mengen von Autos auf der Gegenfahrbahn stadteinwärts. Nach den Autos zu urteilen geht es den Einwohnern gut. Die Straße ist entlang der schon lange vorhandenen Küstenstrasse ausgebaut. Keine Hochhäuser, Riesenhotels oder Resorts dicht an dicht am Küstenstreifen, keine Slums stadtauswärts. Papeete ist eine richtige Stadt, die einzige in französisch Polynesien, kein Raum für Südseeträume á la Gauguin.


Das Hotel am westlichen Stadrand entspricht dem schon eher. Ein wunderschöner Park, kristallklares Wasser, eine wunderschöne Lagune davor. Das Meeresrauschen kommt aus der Ferne, wo das Wasser sich am Korallenriff bricht. Wieder tropische Architektur und Häuschen in der Lagune. Aufmerksam haben wir Norberts Brief gelesen. Tourismus muss nicht zerstörerisch sein, hier ist er es nicht. Das ist in der Vergangenheit offensichtlich gut gelaufen und gibt den Bewohnern eine Lebensgrundlage. Grüne Bedachung in einer neuen Lösung, Wasser mit Seerosen, Goldfischen und Kois halten die Frühstücksterrasse darunter kühl ohne Ventilatoren und anderen stromfressenden Einrichtungen. Außerdem ist es schön anzuschauen von den darüber liegenden Zimmerbalkonen.


Wir fahren am Nachmittag in die Stadt. Nur für die Markthalle ist das zu spät. Wir sahen das Treiben dort nur in der Schlussphase. Ansonsten ist die Stadt schon so klein, dass eine Besichtigung in 3 Stunden möglich ist. Das imposanteste Gebäude ist die Mairie, das Rathaus. Als Stadtplaner habe ich gelernt, dass Parks die grünen Lungen der Städte sind, wie sich das anfühlt habe ich hier zum ersten mal im Park Bougainville erlebt. Eines der Haupthandelsgüter sind die schwarzen Perlen Tahitis. Das Treiben der Menschen ist munter bis heiter gelassen, viele junge Menschen. Die oft beschriebenen schönen Frauen gibt es immer noch, sie haben eine wunderschöne goldbronzene Haut und ovale Gesichter und tragen oft eine Blüte im Haar oder auch Kopfhörer.


Leider sieht ein großer Teil der Bevölkerung aus wie dieser flott schreitende Polizist. Im Gespräch mit dem Hotelchauffeur erfuhren wir von den großen Veränderungen im Essverhalten der Polynesier in den letzeten 20 Jahren mit den Folgen, dass Diabetis 2 mit extremen Übergewicht und Hypertonie die häufigste Krankheit auf der Insel ist. Er zitierte Fastfoodketten und Colagetränke.

Hier kam der französische Einfluss hinsichtlich guter Ernährung nicht zum Zuge. Wir hingegen profitieren von dem französischen Einfluss, es gibt sehr gute Restaurants und gute Brauereien.


Hauptwirtschaftsfaktor der Stadt ist wohl der Hafen. Hier lagen riesige Kreuzfahrtschiffe. Kreuzfahrten scheinen offenbar eine ideale Reiseform betagter Menschen zu sein. Uns wurde berichtet von der Fitness der Starflyerpassagiere, die sich von den Kreuzfahrtschiffen stark unterscheiden.


In Verbeugung und Hochtung vor den Polynesiern beschlossen wir den Abend mit einem Seefoodmahl heimischer Fische, roter Thunfisch, Mahi Mahi etc. in einem Restaurant direkt an der Lagune.


Das Hochladen der weiteren Fotos geht nicht, weil die Übertragungstrate so gering ist, dass wir ddie Bilder nicht hochladen können. Soll geschehen, wenn wir bessere technische Bedingungen haben. Schade, weil es so schöne Fotos sind.

























Samstag, 6. Februar 2010

Reisewünsche von Norbert und Atussa....


Ich hatte schon einmal hier geschrieben: Sprecht genug mit Euren Freunden....Wir haben bei der Vorbereitung sehr viel Ermutigungen erfahren und wenn eine Fee mich gefragt hätte, was ich mir für diese Reise wünsche, dann hätte ich nicht lange gezögert und gesagt: einen Spezialrucksack, in dem alle Freunde Platz haben, damit wir sie mitnehmen können. Die Idee zu diesen Blog hat auch etwas damit zu tun. Weil die Fee leider nicht erschienen ist, mussten wir überlegen, wie können wir trotzdem Wege finden, um sie alle an unserem Abenteuer teilnehmen zu lassen und herausgekommen ist die Idee mit diesem Blog, wobei wir immer noch mit allerlei technischen Problemen kämpfen und auf das Verständnis und die Nachsicht unserer Leser hoffen, wenn uns die eine oder andere Panne dabei passiert....

Schön, wenn Feunde einen mit ihrem Wissen und neuen Sichten begleiten. Besonders haben wir uns über dieses Mail gefreut, das wir gestern bekommen haben.

Liebe Gitta und Mark,

Eure interessante Reise rückt näher und ich freue mich über Eure wunderbaren Aussichten! Die uns Landratten vorstellbaren Ansichten über die endlose Weite des Südpazifik sind eher begrenzt. Mir haben die beiden Filme von Kevin Kostner sehr gefallen.

…und ich denke, sie bieten eine gute Einführung in diese weite Wasserwelt, wo der Mensch einfach spurlos verschwinden kann. Letzterer Film hat überwiegend ländliche schlechte Kritiken eingefahren – für mich ist es allerdings der einzige Film, der ohne kosmische Handlungsumgebung die endlos leere Weite und die Verlorenheit des Menschen auf der großen Wasserwüste zeigt.

Der Mut der Menschen zur Besiedlung des Pazifik war gewaltig und wahrscheinlich haben schon in der Frühzeit ökologische Zwangslagen (Übervölkerung auf kleinen Inseln, Vulkanausbrüche, Wassermangel, Algentoxine und dadurch verursachtes Fischsterben) die Menschen vor schwere Probleme gestellt. Die Insulaner der Südsee sind dementsprechend sehr selbstbewusste, kraftvolle Menschen, die sich im Naturzustand für Touristen nicht interessieren – eine im Vergleich zur Servicementalität gänzlich neuartige Erfahrung. Auf Tahiti kannte man Uranus als Planeten und wahrscheinlich konnten die Inselbewohner vieler Inseln die heute auf Satellitenbildern gut erkennbaren Interferenzmuster der Ozeanwellen erkennen und deuten.

Der Zwischenraum von Kaledonien und Fiji wurde viele Jahrhunderte nicht überwunden – die Menschen verschwanden ohne eine Spur in der Weite. Das moderne Äquivalent wären kosmische Zeitreisen in Wurmlöchern und das beliebige Wiederauftauschen der geliebten Menschen in der näheren oder extrem weiten Zukunft. Selbst Magellan ist fast verhungert – er konnte nach damaligem Weltbild sicherlich niemals damit rechnen, in über 100 Tagen und auf über 15000 km (von Feuerland bis zu den Philippinen) nichts zum Leben brauchbares zu finden http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d5/Weltumsegelung_von_Ferdinand_Magellan_und_Juan_Sebastian_Elcano.png.

Allerdings findet man bereits in ca. 3000 Jahre alten Deposits in Fiji Obsidian aus Neuguinea. Die Artenvielfalt nimmt von West nach Ost kontinuierlich ab; auf vielen Inseln herrscht starker Mangel an Süßwasser. Die interessantesten Tiere, die sich ggf. auf den abgelegenen Inseln entwickelt haben könnten, sind sofort nach Ankunft der ersten Menschen ausgestorben. Sie konnten den Nage- und Säugetieren nichts entgegen setzen und auch heute kämpfen die Vögel (und häufig auch Pflanzen) auf den Inseln um ihr Überleben. Ein interessanter Artikel aus dem letzten Heft von Nature über die Biodiversität von Madagaskar ist beigefügt; zusätzliche Anmerkungen über die Biodiversität im pazifischen Raum finden sich hier: http://www.biodiversityhotspots.org/xp/hotspots/polynesia/Pages/default.aspx.

Manche Menschen auf einer Kreuzfahrt können sich leider wenig von ihrer einheimischen Gedankenwelt lösen – in diesem Zusammenhang interessant ist ein neues Buch von Matthias Politycki, der als Schiffsschreiber immerhin ein schwierig erkämpftes Besuchsrecht auch in den Unterdecks ausleben konnte. Es ist wahrscheinlich relativ arbeitsintensiv, auf einem großen Kreuzfahrtschiff das Meer zu sehen. Der südliche Sternhimmel ist wunderbar und auch das Wechselspiel zwischen Mond und Sonne auf der Südhalbkugel ist interessant. Ich würde JEDE Gelegenheit zum Landgang OHNE BEGLEITUNG vollumfänglich ausnutzen; mit Taxi kommt man auch kurzfristig weit herum – vielleicht kann man sich mit dem Bootsmann anfreunden für extra-frühe Abfahrt. Jede Insel ist einzigartig, wenn man es sehen will.
Wenn es Euch gefallen hat, könnt Ihr gleich zur totalen Sonnenfinsternis am 11.7.2010 auf die Osterinsel fahren (oder dort bleiben und von einem anderen Schiff abholen lassen!): http://www.honueclipse.org/home/. Wir sind jedenfalls schon sehr gespannt über Eure Berichte und wünschen Euch eine wunderbare und eindrucksvolle Reise mit vielen interessanten Menschen und neunen Kontakten und Einsichten!

Viele herzliche Grüße

Norbert und Atussa

Freitag, 5. Februar 2010

Organisationaspekte einer Reise....

Wie ist diese Welt wirklich?
Zu meinen Routinen gehört, dass ich um 20:00 Uhr die Abendnachrichten in der ARD anschaue und meistens dazu kurze Zeit davor den Fernseher einschalte und neben den Börsenberichten noch eine ganze Menge Werbung mitbekomme. Ganz schönes Konstrastprogramm...die Welt in der Werbung, in der alles perfekt funktioniert und es nur glückliche Menschen gibt  und die Welt der Nachrichten....mit der Kondensation von Katastrophen, Skandalen und eher Negativem. Was ist die wirkliche Welt?

Diese Woche war gefüllt mit der Klärung von alltäglichen Abläufen und Routinen, die wir ja für ca. 3 Monate unterbrechen und entsprechend entscheiden mussten, was davon wie in unserer Abwesenheit läuft.  Ich war dann doch erstaunt, wie viele Dinge als Routinen im Alltag funktionieren, ohne dass man sich darüber Rechenschaft abgibt und wie viel Zeit man damit verbraucht. Gut...wir alle haben so etwas wie einen Autopilot, auf den wir uns verlassen und der uns im Alltag gut funktionieren lässt. Aber dass die Alltagroutinen so viel Zeit verbrauchen....das ist mir erst so richtig klar geworden, als ich versucht habe, vieles davon für die nächsten 3 Monate im voraus zu regeln. 

Wie verlässlich ist der Kundendienst unserer Geschäftspartner, bei denen man z.B. ein Zeitungsabonnement hat, das man unterbrechen möchte. Bei den einen klappt das sehr gut, bei den anderen ( z.B. bei unserer Fernsehprogrammzeitschrift kriegten wir ein maschinelles Antwortschreiben, man würde sich bald darum kümmern...und sich wieder melden... wir warten immer noch auf die Antwort. Oder Buchbestellungen: ich bin verwöhnt durch die exakten Lieferungen von Amazon, wollte aber durchaus den deutschen Fachbuchhandel zum Zuge kommen lassen. Ich habe da zwar eine Bestellbestätigung bekommen. Als die bestellten Bücher nicht kamen, habe ich heute angerufen und wurde nicht unbedingt kundenfreundlich in Kenntnis gesetzt, dass meine Bestellung wohl irgendwo in dem Bestellsystem verloren gegangen sei...da hätte ich halt Pech gehabt...Basta! Es bedurfte einiger Anstrengungen, zu klären, ob man die bestellten Bücher nicht doch per Express noch schicken könnte....was natürlich erhebliche Mehrkosten verursacht. Der Kunde als lästiger Störer...dort, wo Routinen nicht klappen. Auf Qualitätsmanagement sollte keiner verzichten, wenn er im Markt bleiben möchte. Ich weiß nicht, ob ich bei dieser Buchhandlung wieder Bücher bestellen werde.

Andererseits: wenn ich die bisherigen Abläufe so überschlage, dann sieht es so aus, als ob wir unter einem günstigen Stern segelten. So viele Dinge haben auf erstaunliche Art geklappt wie vorgestern die Klärung, wie wir unser Gepäck bei Air New Zealand am besten organisieren...wieviel Kilos maximal in einem Koffer sein dürfen, wie wir im Internet die Formulare für das Visa Waiver Programm der USA für unseren Transit in Los Angeles ausfüllen u.ä.  Freundliche und kompetente Beratung, was mir mit der Lufthansa in München musslungen ist, obwohl wir den ersten Reiseabschnitt mit der Lufthansa fliegen.

Wir brauchten dann also noch 2 große Flugkoffer mehr, weil kein Koffer mehr als 23 Kilo wiegen darf.  Als ich in unserem Koffergeschäft in Freilassing anrief, um nach geeigneten Koffern zu sehen, sagte der Inhaber, er hätte gerade vor 2 Tagen eine große Lieferung von Samsonite bekommen und wir würden sicher genau das finden, was wir brauchten - was dann auch stimmte. Wieder etwas Neues gelernt: Für die USA brauchen die Koffer spezielle Schlösser, die der Zoll mit Spezialschlüsseln öffnen kann.

Ich mache mich jetzt ans Koffer packen und bin gespannt, ob ich mit den erlaubten Kilos hinkomme. Die Bücher, die ich mitnehmen will, wiegen allein schon etwa 13 Kilo...Kultur kann ganz schön ins Gewicht gehen. Welch ein Gegensatz zu meinem Asienrundtrip 1963, wo ich nur eine Art Seesack bei mir hatte...vielleicht sollte ich mich mehr daran erinnern, mit wie wenig man tatsächlich auskommen kann.


Sonntag, 31. Januar 2010

On becoming an Artist

Gestern hatte ich schon Ellen Langer, eine Psychologieprofessorin von Harvard, erwähnt. Nachdem mir beim Schreiben des gestrigen Blogs über meinen Bildschirmschoner die Formatierung so richtig mißglückt war, dass wohlmeinende Leser mir eine Message geschickt hatten, dass da wohl die Formatierung nicht geklappt hat, habe ich heute morgen einen Blick in eines der Bücher meiner Reiselektüre von Ellen Langer geworfen - On Becoming an Artist  Reinventing Yourself Through Mindful Creativity. Das Buch ist 2005 erschienen und beschreibt, wie Ellen Langer ihre Forschungsergebnisse über Mindfullness ( es gibt keine wirkliche Übersetzung für diesen Begriff ) auf ihr eigenes Leben und Arbeiten anwendet. 

In gewisser Weise erläutert sie, was ich mit meinem gestrigen Blog über "Wege entstehen beim Gehen" thematisieren wollte. Ich habe so viele eigene Gedanken wiedergefunden und werde darauf achten, dass ich Pannen wie die mit meinen Computern in der letzte Woche auch auf ihre Möglichkeiten hin untersuche, was ich aus ihnen an positiven Elemente und neuen Lernschritten gewinnen kann.

Was mir an ihrem Buch gefällt, ist die Frische und das Temperament, mit der sie sich in ihrem Leben bewegt. Heute morgen hat sie mich beim Lesen der ersten beiden Kapitel wieder angesteckt, mich an die Wegstrecken zu erinnern, in denen ich mich auf genau diesen Wegen bewegt habe. Die Appraisals auf der den Vorder- und Rückseiten des Buches sagen alle  das Gleiche: Das Buch ist ein schönes Geschenk und eine pragmatische Ermutigung, sich an seine Kreativität heranzutrauen oder sich in Momenten der Mutlosigkeit einen klugen Anstubser zu holen.

PS.: Ich bin neugierig, ob es diesmal mit der Formatierung geklappt hat. Das werde ich gleich beim Veröffentlichen merken.


Samstag, 30. Januar 2010

Wanderer, es gibt keine Straßen...! Wege entstehen beim Gehen...

Vor langer Zeit las ich in der SZ eine von Joseph Joffe verfasste Besprechung eines der letzten Bücher von Henry Kissinger. Darin fand ich den Hinweis, dass Kissinger den letzten Teil des besprochenen Buches mit einem alten spanischen Sprichwort eingeleitet hatte:
Wanderer, es gibt keine Straßen...! Wege entstehen beim Gehen...
ein altes spanisches Sprichwort,
das ich mir herausschrieb und das ich seither als Bildschirmschoner auf meinen
diversen Pcs benutze.
Mein Blick fällt also immer wieder auf diesen Spruch und er ist so etwas wie ein
Mantra geworden, das ich einige Zeit später mit den mittelalterlichen
Kardinaltugenden ergänzt habe:
sapientia....fortitudo...temperantia...justitia...ein Denk- und Handlungsrahmen,
der mich immer wiedererinnert, dass Nachdenklichkeit eine unerlässliche Notwendigkeit dort ist,
wo betonierte Schnellstrasseneinen zum Rasen animieren und Scheinziele vorgaukeln, die man, wenn man
sich durch die hinzugefügtenKardinaltugenden leiten lassen will, dann doch
nicht blindlings verfolgen sollte.
Ich wende dieses Sprichwort vor allem auf meinen Umgang mit dem,was wir so gemeinhin als Wissen
bezeichnen, an...und dann wird mir klar, dass der Physiologe Emil Du Bois-Reymond 1872 mit seinem
Hinweis auf das Ignorabimus ( Wir werden nicht wissen) wohl etwas ähnliches gemeint haben muss und
mit dem darauf folgenden Ignorabimus-Streit http://docs.google.com/viewer?a=v&q=cache%3AYlBSpABrjdgJ%3Akw.uni-paderborn.de%2Ffileadmin%2Fkw%2FInstitute%2FPhilosophie%2FPersonal%2FReichenberger%2Fbeitrag.ignorabimus_lastversion_reichenberger.inkl.grafik.pdf+ignorabimus+streit&hl=de&sig=AHIEtbQUIgPOExlcnrTlKhQOZm0J4hOacw&pli=1
einen auch heute noch gültigen, offenen Raum geschaffen hat, in dem wir uns mit diesem
alten Sprichwort zwar auf mühsamen, immer aber interessanten Wegen vorwärts bewegen
können.

Jetzt bin ich bei einem großen Thema gelandet und wollte eigentlich nur erzählen, wie oft
mich mein Screensaver an die Wirklichkeit erinnert und mir zu Gelassenheit
durchNachdenklichkeit verhilft, wenn ich mich in dem Dasein verheddert fühle....im
kleinen durch das Abstürzen von 2 meiner Arbeitscomputer durch einen Virus, der notwendig machte, das ganze Windowssystem neu aufzusetzen....und bis die Pcs wieder arbeitsfähig
sind wird noch viel Zeit vergehen, aber ich muss mir neue Computerkonzepte überlegen,
weil ich durch diese Abstürze schmerzhaft gemerkt habe, wie abhängig ich vom Funktionieren solcher
Techniksysteme bin und wie sehr ich durch solche alltäglichen Pannen ins
Stolpern geraten kann.

Im Großen bewegt mich die eindrucksvolle Filmdokumentation von Claude
Lanzmann von 1985 über die Shoah, die Arte an den letzten beiden
Mittwochabenden jeweils über mehr als 4 Stunden gesendet hatte und die ich noch nicht gesehen hatte. Subtil
malt er den Schatten, der auf uns alle fällt und der durch die Nachdenklichkeit, von der ich
vorher gesprochen habe, hoffentlich ein Stück gemildert wird.
Diese Nachdenklichkeit wiederum hat mich eine Reihe von Büchern von
Ellen Langer entdecken lassen, die ich für mich zum Lesen mitnehmen will.
An erster Stelle ihr letztes Buch: Counterclockwise....und dann 3 Titel zum Thema Mindfullness, das Ellen
Langer, eine Psychologieprofessorin von Harvard sehr lebendig und originell abhandelt.Lesen ist oft
Wiedererkennen...aber auch voller Überraschungen, Muster zu erkennen, die einem bisher
noch nicht klar waren. Ich bin neugierig, zu welchen neuen oder alten Erkenntnissen mich
diese Lektüren animieren....Wege entstehen beim Gehen!

PS: Auch wenn man sich mit einem Blog versucht...Dieser Eintrag ist beim Formatieren schief gelaufen und ich habe noch nicht entdeckt, woran genau es liegt. Danke für die Rückmeldungen von denen, die mich auf die falsche Formatierung aufmerksam gemacht haben. Ich bin aber nicht sicher, ob der Korrekturversuch geklappt hat.

Donnerstag, 21. Januar 2010

Neue Perspektiven gewinnen...

Redet oft genug mit Euren Freunden! Wenn sie wohlwollend sind, machen sie Euch auf Perspektiven aufmerksam, die Ihr vielleicht so noch nicht gesehen habt.

Vor ein paar Tagen ist mir Folgendes passiert: gefragt, wie es mir mit den Vorbereitungen für unseren Starflyer-Trip ginge, meinte ich, dass mich das Projekt schon ganz schön in Bewegung brächte. Seit 8. Januar sei ich dabei, in einem kleinen Krankenhaus unter der freundlichen Anleitung eines wohlwollenden Chirurgenkollegen sowohl in der Ambulanz als auch im Operationssaal meinen Blick für die Praxis der Erstversorgung wieder zu üben. Ich fühlte mich zurückversetzt in die frühen Phasen meines Medizinstudiums und meine chirurgische Medizinalassistentenzeit, quasi eine Zeitreise in die Vergangenheit und gleichzeitig ein Sich-Gewahrwerden, wie viel neue Technologien in den letzten 45 Jahren auch bei der Basisversorgung neu hinzugekommen sind und vieles anders machen. Interessant war aber vor allem der Kommentar des Freundes, der meinte, der Starflyer-trip sei doch ein ganz tolles Anti-Aging-Mittel; das wirksamste, das er in letzter Zeit kennengelernt habe: erst sei ich um 10 Jahre jünger geworden, um überhaupt den Job als Schiffsarzt zu bekommen ( wie wenn er mich auf dem Ergometer für das Gesundheitszeugnis hätte radeln sehen, um die Marke "fit wie unter 60" zu erreichen) und dann hätte ich jetzt ja einen Satz gemacht und sei wieder im Stadium eines Jungarztes angekommen...in der Tat hatte einer der internistischen Kollegen letzte Woche bei der Visite schmunzelnd gemeint, sie hätten heute Verstärkung mitgebracht und ich sei der "neue Famulus", was alle mit einem herzlichen Lachen quittierten. Mir macht die Beschäftigung mit der Basisversorgung wirklich Freude...ein unerwarteter Gewinn, der mich an Zeilen von Albert Schweitzer zum Thema "Jugend" erinnert, die man sich, wenn man so in die Jahre kommt, zu Herzen nehmen kann. Ich habe das jedenfalls getan und will diesen Text gerne mit Euch teilen;

Jugend ist nicht ein Lebensabschnitt -
sie ist ein Geisteszustand.
Sie ist Schwung des Willens,
Regsamkeit der Phantasie,
Stärke der Gefühle,
Sieg des Mutes über die Feigheit,
Triumph der Abenteuerlust über die Trägheit.

Niemand wird alt,
weil er eine Anzahl Jahre hinter sich gebracht hat,
Man wird nur alt, wenn man seinen Idealen Lebewohl sagt.
Mit den Jahren runzelt die Haut,
mit Verzicht auf Begeisterung aber runzelt die Seele.

Du bist so jung wie Deine Zuversicht,
so alt wie Deine Zweifel.
So jung wie Dein Selbstvertrauen,
so alt wie Deine Furcht.
So jung, wie Deine Hoffnungen,
so alt wie Deine Verzagtheit.

So lange die Botschaften der Schönheit,
Freude, Kühnheit, Größe
 Dein Herz erreichen,
solange bis Du jung!

(Albert Schweitzer)



Donnerstag, 14. Januar 2010

Fahrplan




So sahen wir gestern abend auf 3SAT unser Schiff und die Gegenwart in München ist schon ein heftiges Kontrastprogramm. Die Sehnsucht nach Wärme treibt mich im Moment nicht an, denn ich liebe den Winter als Jahreszeit, insbesondere wenn er sich mit Schnee und Sonne zeigt.
Meine inneren Prozesse laufen auf einer anderen Ebene. Ich habe vor 5 Jahren entschieden Frankfurt zu verlassen, auch um meinen Kindern den Freiraum zur eigenen Entwicklung zu geben, ihre Selbständigkeit zu fördern etc. Erst jetzt mit der Entscheidung zu dieser 3 Monate dauernden Reise realisiere ich bewußt, dass ich mein Leben lebe und ich lebe bewußter nach vorn. Ich empfinde mich nicht als Verwalter meiner Erinnerungen.
Jetzt wird es pragmatischer. Auf in den e-mails zum Ausdruck gebrachten Wunsch hier nun die Reiseroute: Am 8. Februar fliegen wir nach Papeete, Tahiti, französisch Polynesien.
Wir werden dort eine Woche bleiben, um wenigstens eine Insel genauer kennen zu lernen. Ich freue mich auf das Gauginmuseum, die Perlenzüchter und die wilde Vulkannatur.
Am 14. Februar besteigen wir das Schiff und segeln dann 10 Tage zu verschiedenen Inseln wie Moorea, Bora Bora,Huahine, Rangiroa, Tuamotus, Hiva Oa (Marquesas) und Nuku Hiva.
Vom 25. Februar bis 14. März sind wir auf dem Pazifik nur auf See.
Das wird die Herausforderung, nur Meer, Horizonte, Weite, Sonne, Wolken, Wellen........
15. und 16. März Isla del Coco
17. und 18. März Meer
19. März, Marks Geburtstag feiern wir auf dem Archipelago de las Perlas
20. März Balboa, Pnama
Hier wechseln die Gäste
21. März Panama Canal Transit
22.März San Blas Archipelago
23. März at sea
24. März Cartagena, Kolumbien
25. und 26. März auf See
27. März Oranjestad, Aruba
28. März Willemstad, Curacao
29. und 30. März auf See
31. März Jost van Dyke, White Bay und Tortola, Sopers Hole, Virgin Gorda, North Sound
1. April Virgin Gorda North Sound
2. April Gustavia, St. Barts
3. April St Maarten, Philippsburg (Gästewechsel)
4. -15. April Atlantiküberquerung
16. April Punta Delgada, Azoren
17. - 20. April auf See
21. April Lissabon
22. - 28. April Lissabon
29. April Flug nach München und Heimfahrt
Wir voller Erlebnisse, die dann sicher erst einmal angemessen verarbeitet werden müssen und unsere Haushüter Josefine und 2 x Monika sicher erleichtert, dass wir wieder da sind.
Ihr könnt das schauen auf Google Earth. Sascha hat das gestern schon mal gemacht. Jetzt stubst mich Fynn an und möchte in die Sonne und den Schnee.
Gitta

Montag, 11. Januar 2010

Im Strom der Zeit...

Der November und auch die Zeit danach ist so schnell vergangen, dass viele Vorbereitungen für das Südseeabenteuer noch in den Anfängen stecken. Meine Praxis fordert mich intensiver und bringt immer wieder neue Herausforderungen mit sich, dass bisher gar nicht viel freie Zeit für die vielen erdachten Vorbereitungen und Ideen übrig geblieben ist.

Interessant ist dabei, dass ein neues Ziel dennoch wirksam ist und implizit in vieler Hinsicht Lebensabläufe konstelliert. Der Blick auf das bevorstehende Abenteuer zeigt seine Wirkung, auch wenn das erst mal nur in der inneren Organisation und der Ausrichtung der Aufmerksamkeit fassbar ist.

Jetzt sind es noch etwas mehr als ca. 3 Wochen bis zu unserem Start nach Tahiti. Das Projekt verdichtet sich und rückt mehr und mehr ins Zentrum.Bei einem späteren Rückblick bin ich neugierig, zu welchgen Entdeckungen uns dieses Projekt verholfen hat.

Vorbereitungen...und ein sinnvoller Blick zurück

1959 - also vor über 50 Jahren war mein erstes Studienjahr in der Medizin. Start in der Unfallambulanz im Knappschaftskrankenhaus in Bochum-Langendreer. Erste Konfrontation mit Verunglücken, Zerstörung von körperlicher Integrität und den Gegenstrategien der Unfallversorgung, die die Medizin zur Verfügung stellen kann. Konfrontation mit der Komplexität von Geschehen...nicht jeder, der verletzt ist, trägt daran Schuld. Der logische Schlüssel, der sich langsam abzeichnet: die Bedeutung von Achtsamkeit als wichtigstes Prinzip im Umgang mit der Vielfalt des Geschehens

War am letzten Mittwoch gerne der Einladung des leitenden chrurgischen Arztes des kleinen  lokalen Krankenhauses, der Salzachklinik in Fridolfing gefolgt, mit ihm in der Zeit bis zu unserem Start nach Tahiti wieder an die medizinische Versorgungsbasis zurückzukehren und ihn sowohl in der Ambulanzsprechstunde, dem Operationsbetrieb und dne Notfalleinsätzen mit dem Notarztwagen zu begleiten.

Sein Kollege Dr. S. war als Schiffsarzt auf der Seacloud und so konnten wir uns dann gleich zu einem spannenden Gedankenaustausch nach dem Operationsprogramm am letzten Freitag verabreden, nachdem ich ihm vorher bei einer Operation mit einer ganz neuen Technik assistieren durfte. Auch hier wurde wieder deutlich: im Zentrum alles Tuns steht die Achtsamkeit. Vieler seiner Erfahrungen auf der Seacloud zeigten, dass es weniger um bravouröse Eingriffe geht als um einen umsichtigen Kontakt mit dem Kapitän, der die Gesundheit aller im Blick hat.

Das Erleben der engagierten Kollegen an der Basis aktivierte viele Erinnerungen und machte den Entwicklungsbogen deutlicher, den ich in den vielen Stationen meiner ärztlichen Tätigkeit in den vergangenen 50 Jahren durchmessen habe. Dr. R. hatte recht, als er sagte, die beste Vorbereitung auf meine Zeit auf dem Starflyer, die er sich vorstellen könnte, sei wieder in die Art der Basisversorgung einzutauchen, die in seinem kleinen Krankenhaus geleistet würde.

Wenn man viele Jahre in der fachärztlichen Versorgung in einer extrem arbeitsteiligen Handlungsstruktur gearbeitet hat, dann ist man sich oft gar nicht mehr bewusst, wie weit das Ausmaß der eigenen Spezialisierung gegangen ist. Unsere eigene Wirklichkeit ist immer ein Konstrukt und nicht die ganze Realität. In solchen Begegnungen mit Basispositionen, aber auch der Reflektion von Entwicklungslinien wird das mit einer schönen Unmittelbarkeit deutlich.

Auch hier treffe ich wieder auf den Aspekt der Achtsamkeit: ich glaube, ich tue gut daran, der Achtsamkeit den ersten Platz bei meinem Tun einzuräumen.

Sonntag, 10. Januar 2010

Das Schiff


Erste Begegnung im Morgennebel 2007 vor Hydra

Ein gutes Neues Jahr


Allen, die uns folgen ein gutes neues Jahr.

Mark hat sein Seemannsbuch bekommen und praktiziert im Krankenhaus im Nachbarort um mit der Alltagspraxis wieder etwas vertrauter zu werden.

Was passiert im Inneren. Ich nehme mir immer weniger vor, um mich ganz auf die Sache einzulassen, der Weite, dem Horizont Raum zu geben, mich dem Augenblick überlassen. Die Bücherliste schrumpft. An Langeweile denke ich gar nicht, Flauten werden wir nicht aussitzen müssen, dafür gibt es dann doch Motorkraft.

Zeitungen sind größtenteils schon abbestellt, der Hund hat ein wunderbares Ferienquartier gefunden.
Jetzt geht es erst einmal ins Kulturleben nach München.