Wie ist diese Welt wirklich?
Zu meinen Routinen gehört, dass ich um 20:00 Uhr die Abendnachrichten in der ARD anschaue und meistens dazu kurze Zeit davor den Fernseher einschalte und neben den Börsenberichten noch eine ganze Menge Werbung mitbekomme. Ganz schönes Konstrastprogramm...die Welt in der Werbung, in der alles perfekt funktioniert und es nur glückliche Menschen gibt und die Welt der Nachrichten....mit der Kondensation von Katastrophen, Skandalen und eher Negativem. Was ist die wirkliche Welt?
Diese Woche war gefüllt mit der Klärung von alltäglichen Abläufen und Routinen, die wir ja für ca. 3 Monate unterbrechen und entsprechend entscheiden mussten, was davon wie in unserer Abwesenheit läuft. Ich war dann doch erstaunt, wie viele Dinge als Routinen im Alltag funktionieren, ohne dass man sich darüber Rechenschaft abgibt und wie viel Zeit man damit verbraucht. Gut...wir alle haben so etwas wie einen Autopilot, auf den wir uns verlassen und der uns im Alltag gut funktionieren lässt. Aber dass die Alltagroutinen so viel Zeit verbrauchen....das ist mir erst so richtig klar geworden, als ich versucht habe, vieles davon für die nächsten 3 Monate im voraus zu regeln.
Wie verlässlich ist der Kundendienst unserer Geschäftspartner, bei denen man z.B. ein Zeitungsabonnement hat, das man unterbrechen möchte. Bei den einen klappt das sehr gut, bei den anderen ( z.B. bei unserer Fernsehprogrammzeitschrift kriegten wir ein maschinelles Antwortschreiben, man würde sich bald darum kümmern...und sich wieder melden... wir warten immer noch auf die Antwort. Oder Buchbestellungen: ich bin verwöhnt durch die exakten Lieferungen von Amazon, wollte aber durchaus den deutschen Fachbuchhandel zum Zuge kommen lassen. Ich habe da zwar eine Bestellbestätigung bekommen. Als die bestellten Bücher nicht kamen, habe ich heute angerufen und wurde nicht unbedingt kundenfreundlich in Kenntnis gesetzt, dass meine Bestellung wohl irgendwo in dem Bestellsystem verloren gegangen sei...da hätte ich halt Pech gehabt...Basta! Es bedurfte einiger Anstrengungen, zu klären, ob man die bestellten Bücher nicht doch per Express noch schicken könnte....was natürlich erhebliche Mehrkosten verursacht. Der Kunde als lästiger Störer...dort, wo Routinen nicht klappen. Auf Qualitätsmanagement sollte keiner verzichten, wenn er im Markt bleiben möchte. Ich weiß nicht, ob ich bei dieser Buchhandlung wieder Bücher bestellen werde.
Andererseits: wenn ich die bisherigen Abläufe so überschlage, dann sieht es so aus, als ob wir unter einem günstigen Stern segelten. So viele Dinge haben auf erstaunliche Art geklappt wie vorgestern die Klärung, wie wir unser Gepäck bei Air New Zealand am besten organisieren...wieviel Kilos maximal in einem Koffer sein dürfen, wie wir im Internet die Formulare für das Visa Waiver Programm der USA für unseren Transit in Los Angeles ausfüllen u.ä. Freundliche und kompetente Beratung, was mir mit der Lufthansa in München musslungen ist, obwohl wir den ersten Reiseabschnitt mit der Lufthansa fliegen.
Wir brauchten dann also noch 2 große Flugkoffer mehr, weil kein Koffer mehr als 23 Kilo wiegen darf. Als ich in unserem Koffergeschäft in Freilassing anrief, um nach geeigneten Koffern zu sehen, sagte der Inhaber, er hätte gerade vor 2 Tagen eine große Lieferung von Samsonite bekommen und wir würden sicher genau das finden, was wir brauchten - was dann auch stimmte. Wieder etwas Neues gelernt: Für die USA brauchen die Koffer spezielle Schlösser, die der Zoll mit Spezialschlüsseln öffnen kann.
Ich mache mich jetzt ans Koffer packen und bin gespannt, ob ich mit den erlaubten Kilos hinkomme. Die Bücher, die ich mitnehmen will, wiegen allein schon etwa 13 Kilo...Kultur kann ganz schön ins Gewicht gehen. Welch ein Gegensatz zu meinem Asienrundtrip 1963, wo ich nur eine Art Seesack bei mir hatte...vielleicht sollte ich mich mehr daran erinnern, mit wie wenig man tatsächlich auskommen kann.
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