Donnerstag, 22. April 2010

Ankommen und festen Boden unter den Füssen spüren....

ist gar nicht so einfach! Gestern haben wir uns über den vielen Platz in unserer Hotelsuite im Olisippo Castelo sehr gefreut. Endlich wieder Platz nach den vielen Wochen in unseren engen Schiffskabinen. Aber dann im Bett so was wie "landkrank" werden, nur weil nicht mehr alles schwankt...das ist schon eine verrückte Welt. Ist uns aber letzte Nacht passiert. Wir haben dann Pillen gegen die Seekrankheit genommen, damit uns auf dem Land bzw. im Bett nicht schlecht wird, weil alles schwankt und sich dreht. Das sind unerwartete Abenteuer beim Ankommen.

Mittwoch, 21. April 2010

Wieder zurück in der Welt des Internets...

Nur eine kurze Nachricht: wir haben wieder festen Boden unter den Füßen...vor ein
paar Stunden sind wir in Lissabon gelandet und haben ein wunderschönes Hotel bezogen, wo wir uns langsam an ein normales Leben gewöhnen werden. Bis wir unsere Blogpläne wieder in Angriff nehemen können, wird es wohl noch eikn paar Tage dauern....wir sind ab 30.4.2010 wieder in Deutschland und werden dann viele Bilder zeigen und Einiges von dieser insgesamt doch sehr abenteuerlichen Fahrt berichten können.

Bis dahin liebe Grüße
von
Mark & Gitta

Sonntag, 14. Februar 2010

Tropenregen

Es war eine wunderschöne Pause...die Koffer gepackt und ausgechecked...wir wollten noch 2 Stunden träumen in dem tropischen Hotelgarten mit dem weiten Blick über den Pazifik auf Moorea. Der Ipod spendete die passende Lieblingsmusik über die Favoritenliste. Welch eine Gelegenheit, diese Musik an einem ganz besonderen Platz zu hören. Wenn man die Technik nützt, kann das Alltagsleben schon recht komfortabel sein. Erst Shostakovics Valse Nr. 5, dann Eydie Gorme "Eso es el Amor"...dann Mozarts Klavierkonzerte...mitten in einem tropischen Hotelgarten mit Blick auf die Insel Moorea...Träumen auf eine ganz besondere Art...das war nicht zu planen...das hat sich einfach ergeben so wie der plötzliche Tropenregen, der über diese Idylle hereinbrach und uns zwang, schnell einen Unterstand zu finden, damit wir nicht mit allen unseren Reiseklamotten am Leib total durchnässt zum Hafen fahren würden. Erst fanden wir Unterschlupf in der Stranbar...dann nahm uns ein Hoteltrolley mit bis zur Hotelhahalle, wo wir jetzt ganz trocken sitzen und auf das Taxi warten können, das uns in ca 30 Minuten zur Starflyer bringen wird. Ich sitze mit dem kleinen Netbook da und kann den Moment festhalten und gleich noch versuchen, ob wir den Text noch mit unseren restlichen, verbliebenen Minuten ins Internet transportieren können.

Das Vorspiel ist zu Ende...

Das Vorspiel ist zu Ende...das Abenteuer beginnt real!

Seit die  Starclipper-Reederei mir den letter of employment und zuletzt das internationale Seefahrtsbuch zugeschickt hatte, lief ein Prozess, der mir aus heutiger Sicht wie das Vorspiel vorgekommen ist. Das Antizipieren von dem, was heute, Sonntag dem 14.2.2010 nun ganz real stattfindet. Um 16:00 Uhr werden wir an Bord der Starflyer gehen. Diese ist heute morgen von ihrem letzten  Südseerundtrip zurückgekommen. Eigentlich sollte sie wohl  5 Jahre in der Südsee bleiben. Nun wird sie nach ca. 2 Jahren mit uns an Bord vorerst zum letzten Mal ihre Runde durch die Südsee ziehen und dann mit dem Pazifik- und Atlantik-crossing wieder in näher liegende Gewässer zurückkehren.

Wir haben die bisherigen Tage in Tahiti dazu benutzt - mit den Worten eines anderen Starflyer-Passagiers, dem wir bereits am ersten Tag in unserem Hotel begegnet waren, uns gründlich zu "entschleunigen". Das  "Meridien-Tahiti" war der ideale Platz dazu.

Jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, fühle ich mich gelassen und ruhig, obwohl das Warten auf unsere Koffer über 3 Tage hin die Entspannung nicht gerade gefördert hat. In ca. 6 Stunden werden wir mit einem Taxi und unseren Koffern zum Hafen fahren und an der Pier zum ersten Male die ganz reale Starflyer sehen, nachdem wir sie auf Fotos im Internet, auf Videos und Fernsehfilmen nun doch schon etliche Male bewundert haben. Aber diese zweidimensionalen Vergnügen sind nicht vergleichbar mit der tatsächlichen, mindestens dreidimensionalen, wahrscheinlich aber über noch mehr Dimensionen hinaus reichenden unmittelbaren Realität.

Ich fühle mich erinnert an jenen Morgen im Jahre 1963, als ich auf dem kleinen chinesischen Frachtschiff für Schweine und Wasserbüffel und mir als einzigem Passagier "Shun Shing" bei Sonnenaufgang langsam in den Hafen von Hongkong einlief und dachte..."das ist wirklich der Duft der großen, weiten Welt" und er ist nicht vergleichbar mit den zwar faszinierenden, aber dennoch unwirklichen Reklamefilmen für die Zigarette "Peter Stuyvesand", die damals mit diesem Slogan in den Markt gedrückt wurde.

Nun fast 47 Jahre später ein ähnliches und dennoch kaum vergleichbares Szenario: hinter mir liegen mehr als 45 Berufsjahre, auch die in vieler Hinsicht abenteuerlich. Aber im Moment geht es kaum um weitere Rückblicke, sondern eher um Ausblicke. In 5 Wochen werden wir auf den Pearl Islands, so alles bis dahin weiter klappt, meinen 70ten Geburtstag feiern und die Perspektive ist eher, was liegt dann an neuen Abenteuern im 7ten Jahrzehnt eines Lebens noch vor einem. In den ruhigen Tagen hier in Tahiti kristallisierte sich ein Thema klarer heraus: Nachdenken über eine Praxis der Medizin, in der es um "Better Aging" und nicht unbedingt um Anti-Aging geht. Wahrscheinlich ist die Starflyer ein ganz interessantes Terrain, diese Aspekte konkret zu erkunden. Ich nehme an, dass wir uns dort mit Leuten unseres Alters wiederfinden, die man wahrscheinlich in der öffentlichen Diskussion als "Die neuen Alten" bezeichnen würde. Für ihr Alter noch erstaunlich fit und unternehmungslustig und dennoch zumindest von einem Anflug von Altersweisheit gezeichnet...gewillt, aus ihren Erfahrungen das Beste zu machen so wie ich gewillt bin, mich konkret zu fragen, wie eine Medizin des "Aging Well", wie die berühmte, seit mehr als 60 Jahre laufende Harvard-Studie in dem Buch von Vaillant auf den Punkt gebracht wird, denn ganz konkret funktionieren kann. Gitta und ich stehen als Versuchspersonen schon fest...mal sehen, wer im weiteren Verlauf sich noch dazu gesellt. Unsere bisherige Erfahrung geht sehr in die Richtung des Zitats von Albert Schweitzer am Anfang der Beiträge zu diesem Blog. Also seien wir gespannt, wie die Geschichte weiter geht. Das nächste große Event wird in ca. 3 1/2 Stunden stattfinden, wenn wir die Starflyer konkret vor uns liegen sehen und wir unseren Fuß in den nächsten Abschnitt dieses Abenteuers setzen werden.

Photos zum 14.2.2010

 

 

 

 
 

 

 

 
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14.Februar 2010

Papeete, Sonntag, den 14. Februar 2010


Vacances, vacances
oder die Entschleunigung

Unter Palmen oder riesigen Brotbäumen, auf jeden Fall im Schatten stehen unsere Liegestühle mit Blick auf das Meer. Große Fortschritte in unseren Büchern, Lesen im warmen Wind hat etwas ungeheuer entschleunigendes. Ich lese gerade ein englisch geschriebenes Buch, Counter Clockwise von Ellen J. Langer. Andere Denkansätze, neue Fragestellungen, sehr interessant. Mein Sinn steht noch nicht nach Romanen, wir sind hier in einer so anderen Welt, dass ich noch keine Lust verspüre mich in weitere Welten entführen zu lassen. Eine Stimmung à la „Recherche du temps perdu“ kommt hier aber nicht auf.

Gestern ging es schon hoch her in der Stadt. Chinesische Drachen und Trommler tanzten und musizierten in den Strassen. Knallfrösche knatterten an der Bordsteinkante. Die Markthalle war mit Glitzerketten über und über dekoriert, die Blumenregale und Tische überbordend beladen.

Tahitianische Tänzer führten ihre erotischen und temperamentvollen Tänze auf. Lebendigkeit in jeder Ecke. Auf der Frühstücksterrasse heute Morgen noch nicht gesehene Betriebsamkeit. St. Valentin wird gefeiert, ganze Familienverbände mit gestylten Kindern, rosa Rüschenkleider, die Jungs mit passenden T-shirts zur Hose waren hier zum Brunchen gekommen. Die Kois wurden gefüttert, dass man denken konnte, sie würden heute wachsen. Sehr schöne Tahitianische Frauen hatten meist einen europäischen Mann. Die knuffigen, molligen hatten tahitianische Männer, meist auch recht rundlich.
Die chinesischen Familien kamen auch in großer Zahl ihr neues Jahr, das des metallenen Tigers, zu feiern. Es strahlte alles so den karibischen Effekt des friedlichen Miteinanders aus. Fühlt sich gut an.

Wir genießen gerade die letzte Stunde des klimatisierten Zimmers, um zu berichten. Heute Nachmittag geht es an Bord.Papeete, Sonntag, den 14. Februar 2010


Vacances, vacances
oder die Entschleunigung

Unter Palmen oder riesigen Brotbäumen, auf jeden Fall im Schatten stehen unsere Liegestühle mit Blick auf das Meer. Große Fortschritte in unseren Büchern, Lesen im warmen Wind hat etwas ungeheuer entschleunigendes. Ich lese gerade ein englisch geschriebenes Buch, Counter Clockwise von Ellen J. Langer. Andere Denkansätze, neue Fragestellungen, sehr interessant. Mein Sinn steht noch nicht nach Romanen, wir sind hier in einer so anderen Welt, dass ich noch keine Lust verspüre mich in weitere Welten entführen zu lassen. Eine Stimmung à la „Recherche du temps perdu“ kommt hier aber nicht auf.

Gestern ging es schon hoch her in der Stadt. Chinesische Drachen und Trommler tanzten und musizierten in den Strassen. Knallfrösche knatterten an der Bordsteinkante. Die Markthalle war mit Glitzerketten über und über dekoriert, die Blumenregale und Tische überbordend beladen.

Tahitianische Tänzer führten ihre erotischen und temperamentvollen Tänze auf. Lebendigkeit in jeder Ecke. Auf der Frühstücksterrasse heute Morgen noch nicht gesehene Betriebsamkeit. St. Valentin wird gefeiert, ganze Familienverbände mit gestylten Kindern, rosa Rüschenkleider, die Jungs mit passenden T-shirts zur Hose waren hier zum Brunchen gekommen. Die Kois wurden gefüttert, dass man denken konnte, sie würden heute wachsen. Sehr schöne Tahitianische Frauen hatten meist einen europäischen Mann. Die knuffigen, molligen hatten tahitianische Männer, meist auch recht rundlich.
Die chinesischen Familien kamen auch in großer Zahl ihr neues Jahr, das des metallenen Tigers, zu feiern. Es strahlte alles so den karibischen Effekt des friedlichen Miteinanders aus. Fühlt sich gut an.

Wir genießen gerade die letzte Stunde des klimatisierten Zimmers, um zu berichten. Heute Nachmittag geht es an Bord.